Jagdgebrauchshund über & unter der Erde

Die allgemeine Geschichte:
Der Dachshund auch Dackel oder Teckel, ist seit dem
Mittelalter bekannt. Aus den damaligen Bracken
wurden weitergehend niederläufige Hunde gezüchtet,
die besonders für die unterirdische Jagd auf Dachs
und Fuchs geeignet waren. Diesem Zustand verdankt
der Dachshund seinen heutigen Namen und ist zu einer
der anerkanntesten, vielseitigsten
Jagdgebrauchshunderassen geworden. Seine
ausgezeichneten Leistungen bei der Jagd unter der
Erde werden noch beim stöbern, auf der Schweißfährte
sowie beim spurlauten Jagen hervorgehoben.
Aktuell:
Der aktuelle Dachshund wird in den drei Größen
Teckel, Zwerg-Teckel und Kaninchen-Teckel sowie
in den drei verschiedenen Haararten Kurzhaar-,
Rauhhaar- und Langhaar- Dackel gezüchtet. Der
älteste und bekannteste Zuchtverein ist der
Deutsche Teckelklub 1888 e.V.
Allgemein beschrieben wird der Dachshund als
kurzläufig niedrige, lang gestreckte Gestalt. Er
ist sehr muskulös und kompakt und legt eine
kecke egoistische Art an den Tag. Trotz kurzer
Gliedmaßen an langem Körper ist er sehr flink
und beweglich. Dies repräsentiert er oftmals
durch aufmerksame Gesichtsmimik sowie forderndem
Ausdruck.
Im charakterlichem Verhalten ist der Dackel
immer freundlich ohne Angst und Aggression doch
mit ausgeglichenem Temperament. Sein Charakter
qualifiziert diesen flinken feinnasigen
ausdauernden Jagdgebrauchshund ebenfalls zu
einem geliebten Familienmitglied der Neuzeit.
Teckel: Brustumfang über 35 cm. Gewichtsobergrenze
etwa 9 kg. Zwergteckel: Brustumfang über 30 bis 35
cm,
im Alter von mindestens 15 Monaten. Kaninchenteckel:
Brustumfang bis zu 30 cm, im Alter von mindestens 15
Monaten.
Mit einem Bodenabstand von etwa einem Drittel der
Widerristhöhe soll die Körperlänge in einem
harmonischen Verhältnis zur Widerristhöhe stehen,
etwa 1 zu 1,7 bis 1,8. Den Kopf lang gestreckt von
oben und der Seite eher gleichmäßig bis zum
Nasenschwamm schmäler werdend, jedoch nicht spitz.
Die Augenbrauenbögen sind deutlich ausgebildet. Der
Nasenknorpel und die Nasenkuppe sind lang und
schmal. Der Fang ist lang, genügend breit und
kräftig. Der stark entwickelte Ober- und Unterkiefer
sollte idealer weise mit 42 Zähnen entsprechend der
Zahnformel mit kräftigen, genau ineinander
greifenden Eckzähnen ausgestattet sein. Die Augen
sind mittelgroß mit klarem energischen und doch
freundlichem Ausdruck. Die Farben gehen von
leuchtend dunkelrotbraun bis schwarzbraun. Glas,-
Fisch,- oder Perlaugen bei gefleckten Hunden sind
nicht erwünscht aber zu tolerieren. Der Behang ist
hoch und nicht zu weit vorn angesetzt. Der Hals ist
genügend lang, muskulös mit straff anliegender
Kehlhaut. Der leicht gewölbte Nacken ist frei und
hochtragend. Zum Körper ist die obere Profillinie
harmonisch vom Nacken bis zur leicht abfallenden
Kruppe verlaufen. Der Widerrist ist ausgeprägt. Der
nach dem hohen Widerrist gerade verlaufende Rücken
ist fest und gut bemuskelt. Die Lenden sind kräftig
bemuskelt und genügend lang. Die Kruppe ist leicht
abfallend. Das Brustbein ist gut ausgeprägt und so
stark vorspringend, das sich an beiden Seiten
leichte Gruben zeigen. Der ovale großräumige
Brustkorb läßt sich Herz und Lunge voll entwickeln,
ist weiter nach hinten gerippt. Bei richtiger Länge
und Winkelung von Schulterblatt und Oberarm verdeckt
der Vorderlauf im Seitenprofil den tiefsten Punkt
der Brustlinie. Die untere Profillinie und der Bauch
sind leicht aufgezogen. Die Rute ist nicht zu hoch
angesetzt und wird in Verlängerung der Rückenlinie
getragen. Im letzten Drittel der Ruten ist eine
geringfügige Krümmung zugelassen. Die Vorderhand ist
kräftig bemuskelt mit gerade gestellten Vorderläufen
von guter Knochenstärke mit gerade nach vorn
gerichteten Pfoten. Die Zehen der Vorderpfoten sind
eng aneinander liegend und gut gewölbt. Die
kräftigen widerstandsfähigen sowie gut gepolsterten
Ballen haben kurze starke Krallen. Die fünfte Zehe
hat keine Funktion, darf aber nicht entfernt werden.
Die Knie- und Sprunggelenke der Hinterhand sind
stark gewinkelt und stehen parallel. Die
Hinterpfoten haben vier eng aneinander liegende
Zehen, die gut gewölbt voll auf dem kräftigen Ballen
fussen. Der Bewegungsablauf soll raumgreifend,
fließend und schwungvoll mit weitem bodennahem
Vortritt und kräftigem Schub sein und eine leicht
federnde Übertragung auf die Rückenlinie bewirken.
Die Rute soll dabei in harmonischer Verlängerung der
Rückenlinie, leicht abfallend, getragen werden. In
der Aktion sind Vorder- und Hinterhand parallel
ausgreifend.
Rauhhaar-Teckel
Mit Ausnahme von Fang, Augenbrauen und Behang am
ganzen Körper mit Unterwolle durchsetztes,
vollkommen gleichmäßig anliegendes, dichtes,
drahtiges Deckhaar. Am Fang zeigt sich ein deutlich
ausgeprägter Bart. Die Augenbrauen sind buschig. Am
Behang ist die Behaarung kürzer als am Körper, fast
glatt. Rute gut und gleichmäßig, eng anliegend
behaart.
Die Farbe sind überwiegend hell- bis dunkelsaufarben
sowie dürrlaubfarben. Farben:
a) Einfarbige : Rot, rotgelb,
gelb, alles mit oder ohne schwarze Stichelung. Indes
ist reine Farbe vorzuziehen und rot wertvoller als
rotgelb und gelb zu betrachten. Auch stark schwarz
gestichelte Hunde gehören hierher und nicht unter
die andersfarbigen. Weiß ist nicht erwünscht, aber
in einzelnen kleinen Flecken nicht ausschließend.
Nase und Krallen schwarz; rötlich-braun ist auch
zulässig, aber nicht erwünscht.
b) Zweifarbige: Tiefschwarz oder
braun, je mit rostbraunen oder gelben Abzeichen
(Brand) über den Augen, an den Seiten des Fanges und
der Unterlippe, am inneren Behangrand, an der
Vorbrust, an den Innen- und Hinterseiten der Läufe,
an den Pfoten, um den Anus und von dort bis etwa ein
Drittel bis zur Hälfte der Unterseite der Rute. Nase
und Krallen bei schwarzen Hunden schwarz, bei
braunen Hunden braun. Weiß ist nicht erwünscht, aber
in einzelnen kleinen Flecken nicht ausschliessend.
Ein zu stark verbreiteter Brand ist unerwünscht.
c)
Gefleckte (getigerte, gestromte): Die Grundfarbe ist
immer die dunkle Farbe (schwarz, rot oder grau).
Erwünscht sind unregelmäßige graue aber auch beige
Flecken (nicht erwünscht sind große
Platten). Weder die dunkle noch die helle Farbe soll
überwiegen. Die Farbe des gestromten Teckels ist rot
oder gelb mit dunkler Stromung. Nase und Krallen wie
bei den Ein- und Zweifarbigen.

Porzellanfigur Rauhhaardackel,
Höhe: 9 cm, Lizenzprodukt nach R.Steiner, Manufaktur
Wagner & Apel Thüringen, Einzelpreis: 33 € inkl.
MwSt, zzgl. 3,90 € Versand; weitere Figuren auf
Anfrage
Langhaar-Teckel
Das mit Unterwolle versehene
schlichte, glänzende Haar, am Körper anliegend,
verlängert sich unter dem Hals und an der Unterseite
des Körpers, hängt am Behang über, zeigt an der
Hinterseite der Läufe eine deutlich längere
Behaarung (Befederung), erreicht seine größte
Länge an der Unterseite der Rute und bildet dort
eine vollständige Fahne.
Farben: Wie beim Rauhhaar beschrieben.

Porzellanfigur Langhaar Dackel,
Höhe: 9 cm, Lizenzprodukt nach R.Steiner, Manufaktur
Wagner & Apel Thüringen, Einzelpreis: 33 € inkl.
MwSt, zzgl. Versand; weitere Figuren auf Anfrage
Kurzhaar-Teckel
Das Haar kurz, dicht,
glänzend, glatt anliegend, fest und hart, nirgends
unbehaarte Stellen zeigend.
Die Rute fein, voll, aber nicht zu reichlich
behaart. Etwas längeres Grannenhaar an der
Unterseite ist nicht fehlerhaft.
Farben: Wie beim Rauhhaar beschrieben.

Porzellanfigur Kurzhaardackel: Höhe: 8 cm,
Lizenzprodukt nach R.Steiner, Manufaktur Wagner &
Apel Thüringen, Einzelpreis: 33 € inkl. MwSt; zzgl.
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Jagdhund über und unter der Erde
nach
Specht 1772
Mit der
Baujagd werden Fuchs, Dachs, Waschbären und
Marderhunde bejagt. Der Bauhund „schlieft“ ein
(schlüpft in den Bau), verfolgt die Spur des Wildes
und zeigt durch Verbellen an, dass er es gefunden
(„gestellt“) hat. Ziel der Baujagd ist es, das
Raubwild entweder aus dem Bau vor die Gewehre der
Jäger zu treiben („sprengen“) oder es festzuhalten,
bis die Jäger Hund und Wild ausgegraben haben. Um
den flüchtenden, oft bereits angeschossenen Fuchs zu
fangen, wird meist noch ein großer Jagdgebrauchshund
(z. B. Deutsche Vorstehhunde) mitgeführt. Die
Notwendigkeit der Baujagd gilt mittlerweile als
umstritten (2006 wurden in der Schweiz nur 5-10%
aller getöteten Füchse auf der Baujagd erlegt) und
in mehreren europäischen Ländern existieren seitens
der Tierschutzorganisationen ernsthafte
Bestrebungen, sie als tierschutzwidrig
gesellschaftlich zu ächten. Als Begründung werden
ethisch-moralische Bedenken oder allgemeine
tierschützerische Aspekte angeführt. Ein
gesetzliches Verbot der Baujagd konnte bisher jedoch
noch nicht erreicht werden.
Für die
Jagd unter der Erde eignen sich der Deutsche
Jagdterrier, sowie Teckel, Jack Russell Terrier und
Foxterrier aus jagdlicher Leistungszucht.
Weitere Dackelspezifische
Produkte:

Dackelkopf Kettenanhänger;
Preise und Lieferzeiten auf Anfrage

Leder Halsband oder Leder
Würger mit Dackelmotiv; Preise und Lieferzeit auf
Anfrage
Steiff Dackel; Preise und
Lieferzeiten auf Anfrage
Diverses über andere Jagdhunde
Auf den Hund gekommen ist der
Mensch schon vor tausenden von Jahren.... Gerade bei
der Jagd ist der Hund als Freund und Helfer des
Jägers auch heute nicht wegzudenken.
Schon dem Urzeitmenschen war der
Hund mit seinem vorzüglichen Geruchssinn beim
Aufspüren von Wildtieren und deren Verfolgung auf
Fährten und Spuren nützlich. Und nicht nur das - er
half dem Jäger auch bei der Verteidigung gegen
wehrhaftes Wild.
Im Laufe der Geschichte
verbesserte der Mensch seine Jagdmethoden und der
Anspruch an einen vielseitig brauchbaren Hund vor
und nach dem Schuss stieg. Besondere Merkmale wie
Spurwille und Wasserfreude gewannen immer mehr an
Bedeutung in der Jagdhundezucht.
Die Rassen Spitz, Dogge,
Windhund, Jagd- und Schäferhund zeigen außerdem
besondere erbliche Anlagen, um Wild sowohl vor dem
Schuss zu finden und aufzuspüren, als auch dieses
nach dem Schuss zu apportieren. Je nach Einsatz und
Verwendung unterteilt man heute die
Jagdgebrauchshunde in: Vorstehhunde, Apportierhunde,
Stöberhunde, Schweißhunde, Erdhunde und Bracken.
Als
Jagdhund wird ein Hund bezeichnet, der dem Menschen
– in der heutigen Zeit dem Jäger – im weitesten
Sinne als Gehilfe bei der Jagd dient. Unter dem
Begriff „Jagdhund“ wird heute dabei eine Gruppe von
Haushunderassen zusammengefasst, die verschiedenste
jagdliche Einsatzgebiete repräsentieren kann. Die
modernen Jagdhunde werden in Stöberhunde,
Vorstehhunde, Apportierhunde, Schweißhunde, Erdhunde
und jagende Hunde eingeteilt. Historisch gesehen
bezog sich die Bezeichnung „Jagdhund“ ausschließlich
auf die jagenden Hunde (Bracken).
Jagdlich
geführte Hunde bezeichnet man auch als
Jagdgebrauchshunde. Bei der Arbeit „nach dem Schuss“
ist der Hund für den Jäger unverzichtbar. Das Führen
eines Jagdhundes gilt daher als Voraussetzung für
die waidgerechte Jagd und ist gesetzlich für die
Ausübung einer Jagdpacht vorgeschrieben.
Moderne
Jagdgebrauchshunde,
Systematik Jagdhundrassen
Die im
heutigen Jagdwesen übliche Einteilung der Jagdhunde
ist historisch bedingt und erfolgt funktional nach
deren ursprünglichen Einsatzgebieten. Demzufolge
werden die Jagdgebrauchshunde in Stöberhunde,
Schweißhunde, Erdhunde, Jagende Hunde (Bracken und
Meutehunde) sowie Apportierhunde unterschieden.
Alte
Bezeichnungen lassen ebenfalls eine jagdliche
Spezialisierung erkennen, die nicht zwangsläufig
rassebedingt ist. Beispiele dafür sind die
Wildboden-, Wasser- und Vogelhunde. Bei einigen
Rassen kann bereits aus dem Namen auf ihre
ursprüngliche Zielwildart geschlossen werden, z. B.
beim Dachshund, Foxhound und dem Harrier (engl.
„hare“ Feldhase). Neben dem jagdlichen
Verwendungszweck stellen Ursprungsland und
Haarvarietät (rauhaarig, langhaarig, kurzhaarig)
weitere Einteilungskriterien dar.
Darüber
hinaus können die Jagdhunde auch gemäß der
Fédération Cynologique Internationale eingruppiert
werden (siehe Jagdhundrassen nach FCI).
Der
Jagdgebrauchshund in Deutschland
Im Bewusstsein der heutigen Jägerschaft nimmt der
ethische Grundgedanke des waid- und
tierschutzgerechten Jagens einen hohen Stellenwert
ein. Der Hund gilt als unentbehrlicher Helfer bei
der Suche nach angeschossenem oder verunfalltem Wild
(„Nachsuche“). Von vielen Jägern vertreten, spiegelt
sich das Motto „Jagd ohne Hund ist Schund“ in
folgenden Zeilen von Alexander Schmook wider:
„Wer will
zu den Jägern zählen, läßt kein Wild zu Tode sich
quälen, jagt allein nicht durch die Weite, führt den
guten Hund zur Seite!“
Die immer
selbstverständlicher werdende Einstellung der Jäger,
sich zur Führung eines guten Jagdhundes zu
verpflichten, fand schließlich auch eine gesetzliche
Verankerung. Durch Jagdgesetze ist die Haltung eines
„brauchbaren“ (jagdlich geeignetem) Jagdhundes für
die Ausübung einer Jagdpacht in den meisten
Bundesländern vorgeschrieben. Jagdformen wie die
Treib-, Such- und Drückjagd sowie Nachsuchen dürfen
nur noch mit „brauchbaren“, geprüften Hunden
durchgeführt werden.
Als
Dachvereinigung für das deutsche
Jagdgebrauchshundwesen trägt dabei der
Jagdgebrauchshundeverband (JGHV) durch die
Organisation von Prüfung, Zucht und
Ausbildungstätigkeit maßgeblich zur Versorgung der
Jägerschaft mit brauchbaren Jagdhunden bei.
Für den
jeweiligen Jagdhund muss der Jagdbehörde der
Nachweis einer Brauchbarkeitsprüfung erbracht
werden. Liegt kein entsprechender Prüfungsnachweis
eines dem JGHV angeschlossenen Zuchtvereines vor, so
kann für Jagdhunde jeden Alters dieser Nachweis auch
vor der Unteren Jagdbehörde erbracht werden, sofern
der Hund in Exterieur und Verhalten einer der
anerkannten Jagdhundrassen ähnelt.
Zu den
Prüfungen der Zuchtvereine werden nur reinrassige
Hunde mit Stammbaum-Nachweis zugelassen. In den sog.
Anlagenprüfungen – der Jugendsuche (VJP) und der
Herbstzuchtprüfung (HZP) – werden die natürlichen
Anlagen des Hundes sowie der Zuchtwert der
Elterntiere ermittelt. Die jagdlichen
Grundeigenschaften des Junghundes sollen aufgrund
behutsamer „Einarbeitung“ bereits entwickelt, durch
den Einfluss des Hundeführers jedoch noch nicht
überdeckt sein. Neben der Verband-Gebrauchsprüfung
(VGP) als „Meisterprüfung“ existiert noch eine Reihe
von Sonderprüfungen für Spezialrassen oder besondere
jagdliche Einsatzbereiche (z. B. die
Verbandsschweißprüfung).
Bei der
Anerkennung einer Jagdhundrasse werden durch den
JGHV strenge Maßstäbe an die jagdliche
Verwendbarkeit und Vielseitigkeit angelegt. Für eine
Übersicht der in Deutschland anerkannten Jagdhunde
siehe die Jagdhundrassen nach JGHV.
Jagdliche
Einsatzbereiche: Wald
Die
klassische Ansitzjagd und Pirsch des Einzeljägers
wird zunehmend durch Bewegungsjagden ganzer
Jägergruppen abgelöst.
Zu den Bewegungsjagden gehören die Treibjagd und die
Beunruhigungsjagd (Stöberjagd, Drückjagd). Auf der
Treibjagd wird das Wild durch die Treiber und Hunde
hochflüchtig gemacht. Bei den Beunruhigungsjagden
wird das Wild durch Hunde und eventuelle Treiber
„bewegt“, d. h. dazu gebracht, seine regelmäßig
genutzten Aufenthaltsorte und Deckungen im Revier zu
verlassen („sich zu drücken“). Für diese Jagdarten
verwendet man stöbernde Hunde.
Das
Stöbern gehört zur Arbeit des Jagdhundes vor dem
Schuss. Er sucht selbständig nach dem Wild, jagt es
anschließend spur- bzw. fährtenlaut und bringt das
Wild damit vor die Flinte des Jägers. Dabei werden
zwei Jagdvarianten unterschieden. Die Hundeführer
schicken die „Stöberhunde“ von festen Standorten aus
los, damit diese selbständig die Einstände und das
Unterholz durchsuchen. Alternativ bewegen sich die
Führer mit den angeleinten Hunden auf der zu
bejagenden Fläche, lassen die Hunde los und schicken
sie in bestimmte Einstände.
Die
Eignung der Rassen für das Stöbern im Wald variiert
abhängig von der Zielwildart. Für Rehwild werden
kleine und langsam jagende, dafür sicher
fährtenlaute und an der Spur „klebende“ Rassen
bevorzugt, während für Schwarzwild laut jagende,
wildscharfe und mutige Hunde eingesetzt werden
(Deutscher Jagdterrier, Wachtel, Teckel, Bracken).
Die schnellen und nur über kurze Entfernung jagenden
kontinentalen Vorstehhunde eignen sich eher für die
Drückjagd.
Beim
Brackieren handelt es sich um die traditionelle Art,
Hasen und Füchse mit Hilfe von Bracken zu jagen.
Diese finden das Wild frei suchend auf seiner
nächtlichen Spur, scheuchen es auf („stechen“) und
jagen es so lange, bis das standorttreue Wild wieder
zu Sasse oder Bau zurückkehrt, wo es vom
ortskundigen Jäger bereits erwartet wird. Obwohl die
in Nordrhein-Westfalen noch lange beliebte „Brackade“
einigen Brackenrassen das Überleben sicherte, wird
sie heute nur noch in Skandinavien und Südtirol
ausgeübt.
Beim
Buschieren durchsucht der Jagdhund Büsche und
Unterholz auf der Jagd nach Federwild und Hasen. Er
arbeitet dabei „unter der Flinte“ und folglich im
direkten Wirkungsbereich des Jägers. Im Gegensatz
zum Stöbern finden hier Rassen Verwendung, die nur
„kurz“ und nicht spurlaut jagen (z. B. die
Vorstehhunde).
Vorstehender Pudelpointer
Als Suche wird der Einsatz von Vorstehhunden auf dem
Feld bezeichnet. Diese suchen vor dem Schützen
weiträumig Feldflächen (Rübenäcker, Stoppelfelder)
mit der Nase nach Niederwild ab. Nach erfolgreicher
Suche steht der Hund so vor, dass der Jäger zum
Schuss auf das flüchtende Wild kommt. Beim Vorstehen
handelt es sich um eine Art Beutegreifhemmung bei
Annäherung an das Wild. Diese ist genetisch
verankert und wird auch bei Wildcaniden und Feliden
beobachtet. Der Hund „erstarrt in der Bewegung“ und
verharrt angespannt, sobald er mit der Nase die
Witterung des Niederwilds in der Deckung erfasst
hat. Das Vorstehen kann durch Anheben eines
Vorderlaufes, angespannte Körperhaltung oder durch
Zeigen mit der Nase in Richtung des Wildes (daher
die Bezeichnung „Pointer“ von engl. to point
„zeigen“) ausgedrückt werden. Eine besondere
Variante des Vorstehens ist das „Vorliegen“ der
Setter-Rassen (engl. ursprünglich setting dogs
„sitzende Hunde“).
Der
Vorstehhund scheucht das Wild erst auf Kommando des
schussbereiten Jägers auf, d. h. er „steht durch“.
Bewegt sich das Beutetier vom vorstehenden Hund weg,
verfolgt er es vorsichtig und angespannt („zieht
nach“).
Beim
Apportieren (von lat. apportare „herantragen“) nimmt
der Hund erlegtes Niederwild auf und trägt es zu
seinem Führer zurück. Speziell für diese Aufgabe
gezüchtet wurden die Retriever (engl. retrieve
„wiederfinden“).
Angeschossenes Feder- oder Haarwild sucht der Hund
nach, tötet es bei Bedarf und bringt es selbständig
zum Jäger zurück.
Als
Allrounder für die Feldarbeit gelten die
kontinentalen Vorstehrassen Deutsch Lang-, Kurz-,
Draht- und Stichelhaar, Kleiner und Großer
Münsterländer, Weimaraner, Pudelpointer, Griffon,
Magyar Vizsla und Epagneul Breton. Spezialisten für
Suche und Vorstehen sind die Pointer sowie die
englischen Setter-Rassen, sie weisen jedoch
Schwächen in der Nachsuche auf. Meister im
Apportieren sind die Rassen Golden Retriever,
Labrador Retriever und Flatcoat Retriever.
Schweißarbeit „Wenn
durch menschliches Verschulden ein Geschöpf geriet
in Not und ein qualvoll Leiden, Dulden, einem wunden
Wilde droht, wenn des Geistes hohe Stufe und des
Menschen Kunst nicht reicht, folgt der Hund dem
bangen Rufe, seine Nase schafft es leicht!“
Unter der
„Schweißarbeit“ versteht man die Nachsuche auf durch
Schuss oder Unfall verletztes, blutendes
(„schweißendes“) Schalenwild. Der Einsatz eines
brauchbaren Hundes ist aus Gründen des Tierschutzes
hier vorgeschrieben. Gute Schweißarbeit wird in der
deutschen Jägerschaft hoch geachtet. Traditionell
wird sie am „Schweißriemen“ (mindestens 10 m langer
Lederriemen) durchgeführt. Zu den Aufgaben des
Hundes gehört das Ausarbeiten der Wundfährte, Finden
des Wundbetts und „Stellen“ des Wildes nach der
Hetze. Totes Wild zeigt der Hund bei Bedarf entweder
durch „Totverbellen“ oder „Totverweisen“ an – d. h.
er ruft den Jäger durch Bellen herbei oder macht
durch auffälliges Verhalten wie z. B. das Bringen
von Gegenständen („Bringselverweiser“) auf das
verendete Wild aufmerksam. Da der Schweißhund im
Laufe seiner aufwändigen Ausbildung möglichst
regelmäßig Nachsuchen absolvieren soll, sind die
Halter solcher Hunde oft in Schweißhundstationen
organisiert.
Schweißhunde im eigentlichen Sinne sind die
Spezialrassen Bayerischer Gebirgsschweißhund und
Hannoverscher Schweißhund. Auch Dackel, Bracken,
Terrier und Stöberhunde können gute Schweißarbeit
leisten; sie werden vor allem für die
Rehwildnachsuche eingesetzt.
Wasser
Einsatzgebiete für die Wasserjagd sind Gewässer mit
ausgeprägten Schilfgürteln, z. B. Teiche, Altarme
von Flüssen und Binnenseen. In Abhängigkeit von der
Tradition und geographischen Gegebenheiten
unterscheiden sich die Jagdformen auf Wasserwild.
Die Aufgaben des Jagdhundes gliedern sich in die
Arbeit vor und nach dem Schuss. Zu ersterer gehört
das selbständige Abstöbern deckungsreicher Gewässer
sowie das Finden und Aufscheuchen der Vögel. Dazu
müssen z. T. große Entfernungen schwimmend
zurückgelegt werden. Nach dem Schuss wird das Wild
aus tiefem Wasser apportiert und „angelandet“. Bei
flugunfähig geschossenen Enten muss zuvor die
Schwimmspur der Tiere im Wasser verfolgt werden, um
das Wild wieder aufzustöbern.
Außer den
in der Feldarbeit eingesetzten kontinentalen
Vorstehhunden eignen sich die alten Stöberrassen
Cocker Spaniel, Springer Spaniel und der Wachtelhund
für diese Aufgabe. Zu den wasserfreudigen
Apportierspezialisten gehören die Retriever.
Hetz- und
Meutejagd; Fuchsjagd
Die
Hetzjagd mit der Meute ist seit dem Mittelalter
beliebt. Ursprünglich wurden dafür Wind- und
Laufhunde gemischt eingesetzt. In der späten Neuzeit
entstanden v. a. in Großbritannien auf Fuchs
(Foxhound, Beagle) und Hase (Harrier) spezialisierte
Hetzhundrassen. Üblicherweise wurde das Wild am Ende
von der Meute zerrissen.
In einigen
mediterranen Ländern wird die Hasenhetze mit
Windhunden (z. B. Galgo Espagnol, Kritikos
Ichnilatis) als Sport weiterhin ausgeübt. In den
meisten europäischen Ländern ist die Hetzjagd jedoch
mittlerweile verboten. Moderne Reitjagden haben in
Frankreich und Deutschland ihre Nachfolge
angetreten. In England hält sich die Fuchs- und
Hasenhetze, bedingt durch eine traditionsbewusste,
starke Jagdlobby, bis in die Gegenwart. Erst im
Jahre 2005 wurde eine gesetzliche Einschränkung
erreicht. Das umstrittene Gesetz verbietet nicht
ausdrücklich die Hetzjagd auf Wildtiere, sondern nur
die Hetzjagd mit der Absicht, das Tier zu töten.
Statt einer Meute dürfen nur noch zwei Hunde
eingesetzt werden. Schlepp- und Scheinjagden sind
jedoch weiterhin gestattet.
Anforderungen an den brauchbaren Jagdhund „Der
zur Jagd brauchbare Hund muss aufgrund seines Wesens
sowie seiner Sinnesleistungen und seiner
körperlichen Verfassung die ihm im Jagdbetrieb
gestellten Aufgaben erfüllen. Die Fähigkeit zur
sozialen Einordnung, Ruhe, Arbeitsfreude und
Führigkeit sowie Härte beim Einsatz sollen sein
Wesen kennzeichnen und Voraussetzung für den
Nachweis der jagdlichen Brauchbarkeit sein. Die
durch die Zuchtauslese geförderten Anlagen der Sinne
und der körperlichen Merkmale – geprägt von Kraft
und Ausdauer – müssen dem späteren Einsatz
entsprechen. Dies wird für die jagdliche
Brauchbarkeit vorausgesetzt. Es ist in die
Verantwortung der Jägerschaft gegeben, die Auflagen
des Gesetzgebers zu erfüllen und im Sinne des
Tierschutzes nur mit geprüften Jagdhunden zu jagen,
die diese Grundforderungen erfüllen.“ – Vorwort zu
den „Niedersächsischen Richtlinien über die
Brauchbarkeit von Jagdhunden“ (1992)
Bereits
Xenophon beschrieb die Eigenschaften und Fehler von
Hunden, die sich für die Jagd nicht eignen. Er
machte dafür ihre „Natur“ und nicht etwa falsche
Unterweisung verantwortlich und stellte zuletzt
fest: „es ist eine besondere Kunst, die richtigen
Hunde auszuwählen und zu unterrichten“.
Das
Exterieur wird in den jeweiligen Rasse-Standards
festgelegt. Für das Wesen und die jagdlichen
Grundeigenschaften sind die jagdlichen
Leistungszuchten verantwortlich.
Das
Exterieur (Konstitution, Farbe, Haarvariante)
variiert je nach Jagdart, Zielwild und
Jagdlandschaft. Traditionell sind die Hetz- und
Meutehunde sowie die Abkömmlinge der alten
Vogelhundrassen dreifarbig oder gescheckt, während
die Hunde des solojagenden (Ansitz-)Jägers farblich
dagegen kaum auffallen.
Alle
Jagdgebrauchshunde sollen sich durch dosierte
Wildschärfe, d. h. Angriffslust oder mutiges
Verhalten gegenüber dem Wild, Schussfestigkeit
(Gleichgültigkeit bei der Abgabe von Schüssen aus
nächster Nähe) und Verträglichkeit mit Artgenossen
auszeichnen.
-
Zu den
speziellen Anforderungen an den brauchbaren
Stöberhund gehören neben selbständigem, freiem
Jagen ein zuverlässig ertönender Spur- und
Fährtenlaut, Orientierungssinn und
Dornenfestigkeit.
-
Der
brauchbare Feldhund zeichnet sich durch
ausgeprägten Such- und Finderwillen (Jagdtrieb)
und durch eine von Ausdauer, Tempo und
Planmäßigkeit gekennzeichnete Suche aus. Auf der
Nachsuche zeigt er Spurwillen und
Spursicherheit. Außer der Apportiereignung
kennzeichnen ihn Gehorsam und Lenkbarkeit durch
den Hundeführer.
-
Neben
ausgesprochener Wasser- und Apportierfreude
benötigt der brauchbare Wasserhund Jagdpassion
und Spurfreude, Ausdauer sowie eine geeignete
körperliche Konstitution.
-
Der
brauchbare Schweißhund zeichnet sich durch
ruhiges und ausgeglichenes Wesen aus. Er besitzt
einen feinen Geruchssinn, jagt mit tiefer Nase
fährtenlaut und hat ausgeprägten Fährtenwillen.
-
Stabiles Wesen und Schliefenfreude kennzeichnen
den brauchbaren Bauhund.
Beispiele
für Untugenden und Fehler bei Jagdgebrauchshunden
sind das „Einspringen“ (mangelndes Durchstehen),
„Nachprellen“ (zu frühes Hinterherlaufen) und
„Überlaufen“ (das Übersehen des Wilds bei der Suche)
beim Vorstehhund. Ein Bauhund kann „überscharf“
(tötet das Wild im Bau) oder ein „Abstandsverbeller“
(bleibt zu weit vom Tier entfernt) sein. „Anschneider“
fressen das erlegte bzw. apportierte Stück an,
„Quetscher“ beschädigen es durch zu großen Druck.
Ein „Totengräber“ vergräbt das erlegte Stück, statt
es zu apportieren.
Gefährdung
im Einsatz
Die besonderen Gefahren für den Hund auf der Jagd
ergeben sich aus seinen Einsatzbereichen. Sie gehen
von Umweltfaktoren wie Dornen und Ästen, dem
wehrhaften bzw. waidwunden Wild, dem Jäger selbst
oder auch unverträglichen Artgenossen aus.
Typische
Traumata beim Jagdhund sind Stürze, Riss- oder
Stichwunden, Bissverletzungen oder Schusswunden. Da
der Hund bei der Jagd immer mit dem Kopf voran geht
(v. a. bei der Baujagd), sind Augen, Kopf und Hals
besonders für Verletzungen disponiert.
Neben
Hautverletzungen unterschiedlichen Grades sind auch
die Extremitäten stark gefährdet. Dies gilt v. a.
für Auseinandersetzungen mit Schwarzwild, dessen
rasiermesserscharfe Eckzähne (Hauer des Keilers)
klaffende Muskelwunden reißen. Bei den meisten
Verletzungen ist neben gründlicher Desinfektion und
Erstversorgung die weitere Behandlung durch den
Tierarzt erforderlich.